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Auf diesen Seiten werden Sie lesen , welche Kulturen und Persönlichkeiten die Entwicklung der Medizin und Zahnmedizin geprägt haben. 

Ägypten

ca. 3000 Jahre v.u.Z.

Die ägyptische Heilkunde war durch drei Behandler geprägt:

Zauberheiler
Priesterheiler
Ärzte

Im prinzipiellen Vorgehen gab es eine Koexistenz zweier Elemente:

theurgische-dämonistische Elemente (vermeintliche Fähigkeit durch Magie Verbindung zu Göttern und Geistern herzustellen)

empirisch-rationale Elemente (weltliche Mittel zur Beseitigung der Gesundheitsbeeinträchtigung)

Die umfassenden Kentnisse über die ägyptische Medizin beruhen auf etwa zehn Papyri. Die wichtigsten Quellen sind:

Das Papyrus Edwin Smith (strukturierte Wundbehandlungsübersicht)

Das Papyrus Ebers (Abhandlung des Systems der ägyptischen Medizin)

Babylon

ca. 1000 Jahre v.u.Z.

Zwei Arzttypen der Babylonier sind überliefert :

Priesterarzt oder Beschwörungspriester (asip)

somatisch (Soma=Körper im Gegensatz zum Geist) orientierter Arzt (âsu)

Das magisch-dämonistisch orientierte Behandlungskonzept kannte folgende Rituale:

Besänftigung des bösen Dämons

Vertreibung des bösen Dämons

medikamentöse Therapie

Drei Quellen berichten uns über die Medizin der Babylonier:

Codex Hammurabi

Keilschrifttexte aus der Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal

Berichte des griechischen Geschichtsschreibers Herodot

Altindien

ca. 1000 Jahre v.u.Z.

In der gottbezogenen altindische Medizin waren Götter sowohl Krankheitsverursacher als auch Heiler. Folgende Wunderheiler bzw. göttliche Ärzte wurden später zu Heilgöttern:

Aswin-Zwillinge
Indra
Rodra
Waruna

Die magisch-theurgischen Praktiken wurden ergänzt durch die Ajurweda-Medizin (“Wissen über das lange Leben”) welche empirisch-rationale Elemente (Pharmakologie, Wundversorgung, Analyse von Todesursachen) hinzufügte. Therapeutisch fanden wir:

Anrufung von Göttern (Besänftigung oder Beistand bei der Vertreibung böser Geister und Dämonen)

medikamentöse Therapie mittels Kräuter, Mineralien und Erden (Ajurweda)

Quellen der altindischen Medizin sind:

Heilige Schriften der altindischen Religion (Weden)

Es handelt sich hierbei um eine Sammlung von liturgischen Gesängen, Hymnen, Zauberformeln und Opfersprüchen.

China

ca. 3000-2000 v.u.Z.

Auch in der chinesischen Medizin spielten Götter eine Rolle. Ansonsten erwähnt man trotz der zahlreichen magischen und demonistischen Einflüsse nur den Begriff “Ärzte”. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß sich die Heiler frühzeitig Gedanken über den Widerspruch zwischen Mythos und Realität gemacht haben. Die medizinische Therapie wurde geprägt durch:

Götter (Fu-hi, Huang-ti, Schen-nong)

Ärzte (verschiedener Praktiken)

Die Medizin der chinesische Hochkultur wurde von dem Grundprinzip der intimen Verbindung zwischen Mensch und Natur getragen. Darüber hinaus gab es weitere auch philosophische Einflüsse (Lehre des Konfuzius, Taoismus). Nacheinander aber auch parallel (geograghische Unterschiede) gab es folgende Konzeptionen:

magische Heilkunde

demonistische Heilkunde (Chou-Zeit)

theurgische Heilkunde (theos=Gott, ergon=Werk, Arbeit)

empirisch-rationale Heilkunde (“naturwissenschaftliche Medizin”)

Orginalmanuskripte wie die “Geschichte der Medizin” des Kan Pai-tsong aus der T’ang-Dynastie sind verloren gegangen. Die Quellen sind nur teilweise durch indirekte Erwähnung oder Komentierung überliefert. Als Quellen dienen:

Inschriften auf Knochen oder Schildkrötenpanzern (Schang-Dynastie)

Das I Ging (“Buch der Wandlungen”, Tschou-Dynastie, Ursprung unklar)

Das Huang-ti Nei-king su-wen (“Die grundlegenden Probleme des klassischen Lehrbuchs des Huang-ti über die Innere Medizin”)

Manuskript der “Geschichte der Medizin” des Kan Pai-tsong (T’ang-Dynastie)