Mobirise




Systematische Mundhygiene 

Zwei- bis dreimal täglich!

Die regelmäßige Mundhygiene sollte nach jeder Mahlzeit erfolgen und ausreichend lang andauern. Im Vordergrund steht jedoch nicht die Zeit, sondern die Tatsache, ob die Zahnreinigung gründlich genug war oder nicht. Aus diesem Grunde muh für jede Person die geeignete Methode gefunden werden. Hier spielen Zahnbestand, Zahnersatz, motorische Fähigkeiten (Kinder) u.a. eine Rolle.

Die Zahnbürste sollte einen Kurzkopf haben, mittelhart sein und alle zwei Monate gewechselt werden. Die Frage, ob elektrische Zahnbürsten besser sind, ist nicht so einfach zu beantworten. Viele klinische Studien (vor allem die der Hersteller) wollen eine bessere Reinigungswirkung der elektrischen Bürste festgestellt haben. Eigene Erfahrungen zeigen, daß meistens Kinder auch mit elektrischen Zahnbürsten keine guten Ergebnisse erzielen, da ihnen die Motivation zum Zähneputzen fehlt. Technik kompensiert die mangelnde Einstellung nicht.

Zahncremes sollten fluoridhaltig sein und keine all zu großen Putzkörper enthalten.

Mundspüllösungen können die Zahnpflege wirksam unterstützen.      

Zahngesunde Ernährung

Gesundes ist nicht immer zahnfreundlich!

Niedermolekulare Kohlenhydrate (einfache Zucker) stellen zwar nur einen Faktor bei der Kariesentstehung dar, dieser ist jedoch bezüglich der Ernährung entscheidend. Drei bedeutende klinische Studien haben den Zusammenhang von Zuckerkonsum und Karies beleuchtet :

“Vipeholm-Studie” [Gustafsson et al. 1954]

Ergebnis war, daß nicht die absolute Zuckermenge sondern die Häufigkeit der Zufuhr entscheidend ist. Außerdem wurde erkannt, daß Klebrigkeit und Verweildauer die Kariesentstehung fördern.
“Hopewood-House-Studie” [Goldsworthy et al. 1958]

Die Studie zeigte, daß vegetarische Ernährung (ohne raffinierte Zucker) das Kariesrisiko senkt.
“Turku-Studie” [Scheinin und Mäkinen 1975]

Hier wurde nachgewiesen, daß der Austausch von Zucker durch den Zuckerersatzstoff Xylit Karies verhindert.

Kontrolle durch den Zahnarzt

Individuelle Abweichungen sind möglich!

Die Gesundheitsreform 2003 soll die Position der Patienten verstärken und die Qualität der medizinischen Versorgung sichern und erhöhen. Es wird in Zukunft aber auch mehr Eigenverantwortung verlangt. Präventionsmaßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen werden sich finanziell positiv auswirken.

In der Zahnmedizin ist schon lange klar, daß Vorbeugung billiger als Therapie ist. Erwachsene sollte ein- bis zweimal im Jahr den Zahnarzt aufsuchen. Bei Kindern sollte der Durchbruch der Milchzähne und der Zahnwechsel kontrolliert werden.

Die individuelle Häufigkeit der Kontrollen müssen unter anderem anhand von Karies- und Parodontitisrisiko zwischen Patient und Zahnarzt vereinbart werden.

Fluoridierung

Wer Zucker isst, braucht "Waffen"!

Da Karies keine Fluoridmangelerkrankung ist (im Vergleich zu Vitaminmangelerkrankungen), entsteht sie nicht durch zu geringe Zufuhr von Fluor. Es hat sich aber herausgestellt, daß die Fluoridierung kariesfördernde Ernährungsgewohnheiten der Industrienationen (Verwendung raffinierter Zucker) kompensieren kann.

Gerade im Zeitalter der “mikroinvasiven Füllungstherapie” hat die Remineralisation der Zahnhartsubstanz gegenüber der Kariesentfernung und Füllungslegung an Stellenwert gewonnen. Da Fluorid die Remineralisation fördert, haben wir hier einen “Air bag für den Zahn” gefunden.